Seitens des Landes Schleswig-Holstein gibt es seit Jahren eine Initiative MarktTreff, die zu einer Stärkung des ländlichen Raumes beitragen soll. Ingwer Seelhof von der ews group gmbh gab einen Überblick zum MarktTreff Konzept des Landes. Der MarktTreff, oft auch als „Tante Emma-Laden des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet, stellt einen Marktplatz voller Leben dar, und zwar immer maßgeschneidert für die jeweilige Gemeinde. Dabei werden grundsätzlich drei Säulen erfolgreich unter einen Dach gebündelt: Das „Kerngeschäft“, meist ein Lebensmittel-Einzelhandel mit Backwaren, gastronomischen Angeboten oder regionalen Direktvermarktern, dazu Dienstleistungsangebote (wie z.B. Post- und Paketdienst, Lotto, Reinigungs-Annahmestelle,…) als zweite Säule sowie ein Treffpunkt zum Klönen, Kaffeetrinken, soziales Miteinander und vieles mehr als dritte Säule. Für eine erfolgreiche Umsetzung gibt es keinen Masterplan, sondern ist hier vielmehr die individuelle Situation und der Bedarf in der Gemeinde ausschlaggebend. Ein entscheidender Baustein ist die Einbindung und die positive Einstellung der Bevölkerung zu solch einem Projekt, denn schließlich wird ein Dorfladen oder MarktTreff nur dann wirtschaftlich erfolgreich betrieben werden können, wenn ein entsprechender Rückhalt vorhanden ist. Als Betreiber kommen sowohl Einzelpersonen als auch ein Verein oder eine Genossenschaft in Frage, ein Engagement der Gemeinde zur Unterstützung und Umsetzung ist vorgesehen. Wer selbst Interesse als Betreiber eines MarktTreffs/Dorfladen in Sarau hat bzw. mitarbeiten möchte, kann sich gerne direkt an Bürgermeister Henning Frahm (Tel.: 04525-2724) oder Bernhard Horstmann (Tel.: 04525-3891) wenden.

Im Anschluss an die Präsentation zum MarktTreff stellte Bernhard Horstmann die wesentlichen Punkte zum durchgeführten Standortcheck der Gemeinde Glasau vor. Die Beratungsgesellschaft BBE Handelsberatung GmbH hat anhand diverser Daten eine Analyse erstellt, um aufzuzeigen, inwiefern ein MarktTreff Angebot in Glasau wirtschaftlich betrieben werden kann. Hierbei werden u.a. die Bevölkerungsstruktur, die Lage und die Konkurrenzsituation in den umliegenden Orten berücksichtigt und gewichtet. Voraussetzung für einen erfolgreichen Betrieb ist u.a. eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung, ein bedarfsgerechtes Produktangebot sowie eine angemessene und ansprechende Ausstattung des Ladens. Hierfür wird einen Fläche von 150 – 200 qm angesetzt, der heute bestehende Laden müsste grundlegend saniert und erweitert werden oder ein anderes Objekt bzw. ein Neubau könnte genutzt werden. Unter diesen Voraussetzungen wurde ein mögliches Umsatzvolumen von ca. 300.000,-- Euro prognostiziert, was einen wirtschaftlichen Betrieb möglich machen würde.

Um den konkreten Bedarf für einen MarktTreff/Dorfladen zu ermitteln, wird es im November eine Befragung aller Haushalte in Glasau geben. Anhand von 13 Fragen soll herausgefunden werden, was sich die Glasauer bezüglich einer Nahversorgung wünschen, was Ihnen wichtig ist und wie sie sich auch selber einbringen möchten. Um die Befragung so effizient und aussagefähig wie möglich zu gestalten, werden „Interviewer“ jeden Haushalt in der Gemeinde für eine Befragung persönlich aufsuchen.